Super Regio Cup 2003

Draußen wird's winterlich, kein Grund, auf Dynamo zu verzichten. Wieder mal ging es wie schon in den Vorjahren nach Riesa zum Super Regio Cup. Beim diesjährigen Blick aufs Teilnehmerfeld ein Pflichttermin. Chemie Halle, der FCM, Carl Heinz Jena, der asoziale Chemnitzer FC, die Schaben aus Leipzig, die rot-weißen aus Erfurt und die größte Nummer VfB Auerbach gaben sich die Ehre. Da man diese Nummern, bis auf Chemie Leipzig, eben zurzeit eher selten trifft ging's am Samstagmorgen los mit dem Zugfahrermob Richtung Riesa. Mit meinem treuen Begleiter und mir fand sich eine beachtliche Anzahl an Bahn-Kunden zusammen und alle passten sogar auf ein Wochenendticket ;). Die eigentlich kurze Fahrt bis Riesa zog sich leider etwas in die Länge. Der Zug brach anscheinend unter der Last des brutalen Elbemobs zusammen und irgendwo in einem kleinen Dörfchen unweit von Riesa wurde man zum Umsteigen gezwungen. Kein großes Problem, sah man doch schon das "Ersatzvehikel" einfahren. Und was für eins. Ein einwandfreier ICE. Das Ding hielt an und schon stürmten, schon am morgen gut betankte, Fußballfans den Wagen. Entsetzte Gesichter bei den Passagieren, die sich sicher auf eine etwas ruhigere und gefälligere Reise eingestellt hatten. Ein schönes Schauspiel. Man sieht nicht täglich deine Horde "Partywilliger" mit Bierkästen im Schlepptau in so einen Zug steigen. Man nahm Platz und die Reise ging weiter.
Nach kurzer Zeit Einfahrt in die Nudelstadt. Alle wieder raus aus dem Zug und erstmal die üblichen Gesänge gestartet. Es begann ein kleiner Marsch durch die Stadt, begleitet von unzähligen Augen, die sich teilweise ängstlich hinter den Gardinen in den Plattenbauparadiesen versteckten.
Kurz vor Ankunft in der erdgas-arena helle Aufregung. In einer Seitenstraße winkten uns doch glatt Magdeburger zu. Der Mob wechselte schnell die Straßenseite und ging ein Stückchen auf die Herren in blau zu. Passierte nichts weiter. Sinnfreie "Alle gegen Halle" (wo ich noch mit zustimme) Sprechchöre, etwas Posen bis dann die Luschen mit Helm und Knüppel die Magdeburger auf Wanderschaft schickten.
Endlich angekommen. Rein in die Halle und erstmal mitten rein ins "Stimmungsbad". Beim ersten Blick durch die Halle war klar: Hier regiert die SGD. Über das halbe "Rund" nur schwarz-gelb, nur Dynamo. Am Ende waren es wohl um die 3000 aus der Landeshauptstadt. Alles wie immer eigentlich. Schade war, dass nicht viele aus Magdeburg, Erfurt oder Jena zu sehen waren. Absolut lächerlich dazu der klägliche Anhang des CFC. Zum Positiven: Direkt nebenan standen unsere "Freunde" aus Halle. Da war natürlich sofort Feuer unterm Dach, noch dazu, als wir gegen Chemie das Auftaktspiel bestritten. Kurzer Beitrag zum Spiel... 7:2! Mehr gibt’s nicht zu sagen. Das Ergebnis ließ die Hallenser teilweise etwas verstummen und damit waren auch diese Verhältnisse geklärt. Schlusssirene und plötzlich waren beide Blöcke auffallend leer. Naja, wahrscheinlich wurde ein Wiedersehensbier zusammen mit den Chemikern aus Halle getrunken. Was auch sonst ;).
Der Rest vom Turnier war eher uninteressant. Die Vorrunde gewannen wir souverän mit 3 Siegen aus 3 Spielen. Neben Halle wurden Magdedorf (2:1) und Erfurt (2:1) besiegt. Während der Spiele wurde gefeiert und gesungen, was das Zeug hielt. Klassischer Fall von Selbstbeweihräucherung. Mit Mühe und viel Langeweile überstand man die Wartezeit bis zum Halbfinale, wo die Jungs aus den Kernbergen schon auf uns warteten. Und wie soll es anders sein bei Dynamo... Nach grandioser Vorrunde kackt man im KO-Modus sofort ab. 1:3 hieß es und damit trafen wir noch einmal auf die Magdeburger. Wieder ließen wir uns von den Anhaltinern den Sieg nicht nehmen und erreichten mit einem 4:3 (nach 0:2 Rückstand) den 3. Platz des Turniers. Dynamo raus, der Rest der Veranstaltung also völlig egal. Also Heimweg antreten. Durchs düstere Riesaer Ghetto ging es also mal langsam, mal im Laufschritt zurück zum Bahnhof. Dort hieß es noch mal warten. Das macht natürlich hungrig. Und wie jeder gute Bahnhof, hatte auch Riesa einen Automaten zu bieten. Anscheinend nahm der die europäische Währung nicht an, so dass einige direkt mal den Tag der offenen Tür veranstalteten. Jeder lachte, bediente sich, bis plötzlich die Genies in grün merkten, dass dieser Auflauf etwas komisch wirkte. Man guckte nach dem Rechten, nahm sich einen kauenden Menschen mit, um zu zeigen, wie hart man ist und das Ding war erledigt. Nach kurzer Wartezeit, ausgerechnet als die Babyblauen auch am Bahnhof eintrafen, kam der Zug und es ging zurück gen Dresden. Nichts Bedeutendes gewonnen, sich selbst gefeiert, so kurz fällt das Fazit am Ende aus. Irgendwie sind Hallenturniere doch langweilig.

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