Chemnitz

Es ging mal wieder auswärts. Nach mehreren Unentschieden hintereinander war die sportliche Situation nicht mehr ganz so rosig und es mußte eigentlich ein Sieg her. Aber diese Fahrt ging ausgerechnet nach Chemnitz, oder wie es, als ich dort anno 1982 das Licht der Welt erblickte noch hieß, Karl-Marx-Stadt. Deren Mannschaft hatte bis zu dem Zeitpunkt einen leichten Aufschwung erlebt, nachdem die Saison eher schlecht begann. Außerdem haben diese Sachsenderbies soundso andere Gesetze (bla bla, Phrasenschwein, bla bla).
Jedenfalls wollte man aufgrund der Kürze der Strecke mit dem Zug fahren und tat das dann auch. Die anderen Dummkutten zogen aber lieber die komfortablere Reise mit dem PKW vor, und so war ich wieder mit einem gewissen Herren aus Pirna unterwegs *g*. Im Zug traf man dann auch ein paar bekannte Gesichter von der Kiel-Fahrt und anderen anderen Auswärtsfahrten (besonders grüßen möchte ich hierbei ein Mitglied des Fanclubs "Die Böcke"- warst gut dabei an dem Tag, was?! ;)). Außerdem mußte ich feststellen, daß meine Anonymität im Netz und überhaupt anscheinend vollends hinüber ist- was soll`s :-o"?! Mit ein paar "Blechsemmeln" bewaffnet fuhr man dann jedenfalls im Entlastungszug mit (angeblich) ca. 1.000 anderen Dynamos gen Chemnitz. Der Zug hielt unterwegs nur in Freiberg, was den Vorteil einer kurzen Fahrt, aber auch den Nachteil weniger Möglichkeiten zur Verrichtung der Notdurft hatte, so daß man sich erst ewig anstellen und dann auch noch zu zweit in der Zugtoilette arrangieren mußte- hatte schon angenehmere Erlebnisse ;)!
Irgendwann traf man auch in der westsächsischen Metropole, auch Rußchemnitz, Nordneukirchen, Drecksstadt, Assistadt o.ä. tituliert, ein. So, jetzt hab` ich die ganzen Verschandelungen des Ortsnamens hinter mir- ich hoffe das reicht *g*?!
Nach einer äußerst originellen Uffta auf dem Bahnhofsvorplatz und der Durchquerung eines langen Tunnels ging es dann ruhigen Schrittes und ohne große Vorkommnisse in Richtung Fischerwiese. Der Weg führte offensichtlich durch die Nobelviertel der Stadt!
Am Stadion angekommen, mußte man sich erstmal relativ lang am Eingang des Blockes 3 anstellen. Dieser ist eigentlich ein Heimblock der CFC-Fans, welcher neben dem eigentlichen Gästeblock 2 liegt. Die Freigabe des "Dreiers" führte in C wohl zu einigen Disputen zwischen Fans und Verein. Jedenfalls fanden so weit über 3.000 Dynamos Platz im Stadion an der Gellertstraße. Man stellte sich in den Stimmungsbereich des Blockes und, eigentlich war somit alles vorbereitet für ein gutes Derby.
Sportlich lief es auch gar nicht mal soooooooo schlecht. Es gab zwar die eine oder andere Unkonzentriertheit bei unserer Mannschaft und auch gute Chance für die Chemnitzer, aber durch das Kopfballtor(!!!) von Fröhlich gingen wir in Führung und retteten die drei Punkte auch über die Zeit. Die Chemnitzer fühlten sich natürlich vom Schiri benachteiligt, wie immer eigentlich- mit Niederlageneingestehen hat man es wohl nicht so *g*. Leider trübten ein paar Begleiterscheinungen das Erlebnis: zum einen die relativ schlechte Sicht im Block (auf die Länge betrachtet, waren so ca. 10m der Spielfläche überhaupt nicht einzusehen) und die wiedermal grottenschlechte Stimmung auf Dynamoseite. Es war zwar besser als am 1.6.2003, als man sich 3:0 abschlachten ließ, aber bei weitem nicht gut. Ich verstehe einfach nicht warum! Von ein paar wenigen Momenten und den letzten 10 Minuten mal abgesehen, kam nur von einer kleinen Anzahl im Bereich der Ultras etwas. Schade- es hätte richtig geil werden können, aber so hat man das Gesangsduell gegen die Chemnitzer Fans eindeutig verloren. Aber naja, was im Endeffekt zählt sind die drei Punkte, und die hatte man sich erkämpft und war einigermaßen erleichtert. Den Chemnitzern fiel die ehrenvolle Rolle zu, neben der SG Wattenscheid 09 einziger Verein zu sein, der bis dahin im eigenen Stadion drei Punkte gegen Dynamo lassen mußte (haha). Irgendwie fanden deren Fans das dann doch nicht so lustig, und so wollten wohl einige die Abreise der Dynamofans etwas erschweren, was nicht wirklich klappte, jedenfalls nicht bei den Zugfahrern. So blieb es beim Gesangsduell und wirklich nur marginalen Zwischenfällen auf den Straßen und man konnte gemütlich die Heimreise antreten. Was man so gemütlich nennt, denn in dem Zug war es irgendwie sehr viel voller als auf der Hinfahrt, zumindest in unserem Waggon, so daß die Rückfahrt irgendwie länger dauerte ;). Aber auch das ging vorbei und man kam endlich mal wieder mit einem Erfolgserlebnis von einer Auswärtsfahrt nach Hause.

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