Braunschweig

Am 3. August ging nun endlich die neue Saison los und das auch gleich mit dem Kracherspiel unserer Dynamos in Braunschweig. Von den Dummkutten reisten Boerne und Hawk mit ihrem Auto aus Dresden an, genauso wie Roy und Kressi von Hamburg aus. Heimi und meine Wenigkeit nutzten die Eisenbahn um in den Westen zu gelangen. Zum Auffüllen des WE-Ticket's, was wir uns wegen der fehlenden Kontrollen im Zug locker hätten sparen können, sprangen noch Böhser Onkel und Kaputnik auf. So, traf man dann kurz vor 7 Uhr am Sonntag im Neustädter Bahnhof in Dresden ein und harrte der Dinge, die der Tag wohl bringen mochte. Nach Taschen- und Ausweiskontrollen der zahlreich anwesenden Cops stürmte der Mob halbwegs geordnet den Zug um einige der wenigen Sitzplätze für sich zu ergattern. Heimi war zu dem Zeitpunkt wohl noch nicht ganz auf der Höhe und verlor in dieser Phase des Enterns seinen Schal. Obendrein verlor dann auch noch seinen Sitzplatz, als er nach dem eben verlorenen Schal suchte. Daraufhin tröstete er sich mit zwei Blechsemmeln und schon war wieder alles gut. In Leipzig dann fix den Zug gewechselt und schon ging es nach Braunschweig mit Aufenthalt in Magdeburg. Problematisch für den gesamten noch vor uns stehenden Tag erwies sich die Tatsache des wolkenlosen Himmels und Temperaturen von über 30°C. Es war jetzt schon unmöglich soviel zu trinken, wie man im selben Moment wieder verschwitzte. Die Zugfahrt verlief eigentlich ganz ruhig und aus diesem Grund wurde eben von Staatsmachtsseite hier und da provoziert. Irgendwo in der niedersächsischen Pampa wurde einer des Zuges verwiesen, der jedoch nur zwei Türen weiter vorne wieder einstieg. Eine lustiges Räuber-und-Gendarm-Spiel begann, mit dem Räuber als Gewinner... Bei der Ankunft in Braunschweig wurde schliesslich dem ganzen Bahnhof kundgetan, wer heute die Stadt in seinen Händen hält und überhaupt wurde von da an ordentlich gerockt. Auch in den Bussen, die uns zum Stadion brachten ging es heiss her, im wahrsten Sinn des Wortes. Spätestens zu dem Zeitpunkt war mir klar, dass das Durstgefühl mein treuster Begleiter am heutigen Tag werden würde. Nach 20 min Fahrt wurde dann schleunigst der Ground geentert, wo schon ordentlich was los war. 15.000 Zuschauer insgesamt (kein Spiel der zweiten Liga konnte damit mithalten), davon knapp 3.000 Dynamos sorgten für ordentlich Fußballatmosphäre. Ein Gesang jagte den anderen und zwar auf beiden Seiten. Lediglich Heimi fiel negativ auf, als er zig mal "Oh RWE" sang (seit dem Bustransfer). Als er dann auch noch den FCM in seine Darbietungen aufnahm gab es massive Schelte von uns anderen Dummkutten und zum Glück ertönte dann über Lautsprecher "You'll never walk alone" wo er als einzigster des Blockes seine Stimmgewalt zum besten gab! Das Intro der BSer war ein großes Transparent mit der Aufschrift "Aufstieg 2004", was dem Großteil unseres Mobs ein Lächeln abrang. Das war uns aber 20 min später grundsätzlich vergangen. Durch eine völlig indiskutable Leistung unserer Mannschaft und einer stürmisch aufspielenden Eintracht stand es da schon 3:0 für die Hausherren. Von dem Zeitpunkt an war bei uns die Stimmung eigentlich bis Spielende im Arsch, während die Braunschweiger ordentlich Rabatz machten. Sogar die Sitzplätzler waren gut mit von der Partie. Die LaOla haben wir denen aber vermiest :-) Durch konzentrierteres Spiel konnten wir in Hz. 1 auf 3:1 verkürzen und mit dem Schlusspfiff der Partie den 3:2 Endstand durch einen Foulelfmeter herstellen. Dann waren unsere Fans aber wieder da, die Spieler wurden lautstark gefeiert und mit langen Gesängen durch die Ehrenrunde geführt ... und das trotz Niederlage; nicht unbedingt selbstverständlich.
Was dann folgte, war eigentlich nur noch Nerven lassen. Nach ewigen Warten, mehrfachen einsteigen, doch nicht losfahren und wieder aussteigen aus den glutheissen Shuttlebussen gings dann irgendwann zum Bahnhof, wo so ziemlich jeder von uns seinen Wasserhaushalt wieder in Ordnung bringen wollte. Denkste, wir wurden eingekesselt (bei über 30°C) und hatten keinerlei Zugang zu Bahnsteig und Bahnhofsläden, was unseren Unmut natürlich steigerte und kurzzeitig die Lage eskalieren lies, als versucht wurde, die Sperre von Beamten im Handstreich zu durchbrechen. Über eine Stunde war man also gefangen. Zum "Relativieren" muss man aber sagen, dass alle 5 min 4er Gruppen (wie großzügig) unter Begleitschutz (ich kam mir plötzlich sooo wichtig vor...) zu den Läden geleitet wurden. Die grünen Begleiter wollten uns dann aber mit Druck zum Klo führten, weil wir "ja ausschließlich dahin wollten" (Zitat Beamter). Bloß wovon soll man pissen, wenn man oben nichts nachfüllt. Der dumme Polizeier konnte uns dann mal und wir gingen in den Laden, um diesen leer zu (s)/(k)aufen! Auf der nicht enden wollenden Rückfahrt lungerte man dann apathisch (mit dem Wissen, doch etwas zu wenig Flüssigkeit erworben zu haben) auf dem Boden zwischen den Kampfstiefeln der Polizleier rum. Kaufen konnte man unterwegs nichts und beim Umsteigen in Leipzig galt es schnell den Anschlusszug zu erreichen, so dass auch da keine Möglichkeit des Wassererwerbs möglich war (weil Bier wollte in dem Moment dann überhaupt keiner mehr, nicht mal Heimi und das soll was heißen). Pünktlich um Mitternacht hatte man wieder schwarzgelben Boden unter den Füßen. Alles in allem war es zwar ein erlebnisreicher Tag, erfolgreich aber war er weiss Gott nicht...

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